Die gefälschte Bankbürgschaft: Der größte Finanz-Krimi um die Köpenicker spielt sich 1993 in der Hauptstadt ab. Sportlich ist Union Berlin ,,endlich“ für die 2. Bundesliga qualifiziert – 1:0 im Relegationsspiel gegen den Bischofswerdär FV 08! Im Nachgang stellt sich heraus, dass die für die Lizenzierung notwendige Bank-Bürgschaft gefälscht ist. Am 2. Juli 1993 spricht der DFB die Zweitliga-Saison dem verhassten West-Berliner Rivalen Tennis Borussia Berlin zu.
Wie der Berliner Tagesspiegel später berichtet, soll ein Mitarbeiter von Unions Hauptsponsor dem TeBe-Macher und Schlagerproduzenten Jack White (alias Horst Nußbaum) diese Information gesteckt haben. Jack White (,,Heute haun‘ wir auf die Pauke“) nimmt diese Info dankend auf. Dennoch lässt sich bis heute nicht final klären, wer diese Interna an den DFB weitergegeben hat.
DER SPIEGEL sieht im Juli 1993 ,,ein Stück von Mielke“, eine Ost-Berliner Fußballposse, wie sie wahrscheinlich Stasi-Boss Erich Mielke nicht besser hätte inszenieren können: ,,Die Herren des Fußballvereins Union Berlin finden nur kurzfristig Trost und Halt in den 27 Versen, die ihnen ein „anonymer Volksdichter“ ans Schwarze Brett der Geschäftsstelle in Köpenick geschlagen hat. “ Wie auch immer: Am Ende der Saison 1993/94 wird Union Berlin erneut die Lizenz zur 2. Liga verweigert – an der ,,mangelnden Wirtschaftlichkeit“ hat sich nichts geändert. Ein Schuldenberg von 2,56 Mio. Euro lässt den DFB zurückschrecken.
Die wertvollsten Spieler wie der spätere Vize-Weltmeister Marko Rehmer und der Bosnier Sergej Barbarez müssen verkauft werden, um nicht noch tiefer in die roten Zahlen zu rutschen.