In der Saison 1969/70 hat es dennoch den Anschein, als habe Hoge die Sperre nicht weiter geschadet. Er gehört jedenfalls weiterhin zur ersten Mannschaft von Union und schafft mit dem Team den Aufstieg in die Oberliga. \n\nHoge erhält Berufsverbot - wegen des Singens eines Liedes – eines ganz speziellen Liedes. Das Team von Union fährt zum Abschluss der Saison an die Ostsee. \n\nDer Vorfall wird der Staatssicherheit gemeldet.
Die reagiert gereizt und sorgt dafür, dass der DDR-Fußballverband den damals fast 30-jährigen Spieler aus dem Spielbetrieb verbannt: Sechs Jahre Sperre für die Oberliga (höchste Spielklasse der DDR), zwei Jahre Sperre für die DDR-Liga (zweithöchste Spielklasse der DDR) und ein Jahr Sperre für die Bezirksliga (dritthöchste Klasse im DDR-Fußball). Die Fußballerkarriere von „Jimmy“ Hoge, der noch zwei Jahre zuvor Nationalspieler gewesen ist, ist vorbei. Jedenfalls die auf Top-Level.
Auch nach der Wende ergeht es Jimmy nicht besonders gut. Mit Geld kann er eher schlecht umgehen, mit den Profimechanismen der neuen Zeit auch. Immer wieder unterstützen ihn alte Weggefährten und versuchen ihm Halt zu geben.
Doch das gelingt nur mäßig. Seit 2003 ist Hoge Ehrenmitglied des 1. FC Union Berlin. Mit 77 Jahren stirbt Hoge an den Folgen einer Krebserkrankung.
Unter anderen Umständen hätte Günter „Jimmy“ Hoge ein ganz Großer des deutschen Fußballs werden können. Das Talent hatte er jedenfalls.