Akte 1. FC Union Berlin
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Underdog-Choräle: Wie Union zum Auffangbecken der DDR-Renitenten wurde

Parteiferne Proleten, Hippies und Hooligans machten Union zum Gegenentwurf zu BFC Dynamo und ASK Vorwärts.

Parteiferne Proleten, Hippies, Hools und sonstige „Ideologiefremde“ singen anarchische Lieder: Während der DDR-Zeit strömen parteiferne Proleten, Hippies, Hools und sonstige „Ideologiefremde“ zu Union. Der Verein ist ein Gegenentwurf zu den beiden anderen Berliner Vereinen – dem BFC Dynamo Berlin und dem zunächst den DDR-Fußball dominierenden und später nach Frankfurt/O. wegdelegierten ASK Vorwärts Berlin (seit 1966 FC Vorwärts). Union Fans singen Lieder wie: "Lieber ein Verlierer sein, als ein dummes Stasi-Schwein." Das ist auch im Westen der BR Deutschland bekannt.

Was weniger bekannt ist? Die anarchische Mischung aus Underdog-Feeling und Renitenz gegenüber jeder Form von staatlicher Obrigkeit prägt die Unioner Fanszene noch heute. Ein klassischer Union-Choral, der in den frühen 2000-er Jahren entsteht und heute noch gerne gesungen wird, dokumentiert dieses: „Der Vater im Zuchthaus gestorben / Die Mutter liegt todkrank im Bett / Die Schwester zur Hure geworden / Was soll ich allein auf dieser Welt / Union, Union über alles / Deutschlands unsterblichstes Team / Denn Union wird niemals zerfallen / Eisern Union aus Berlin.“

Ziemlich unbeliebt bei einigen Traditionsvereinen, doch hochgradig beliebt bei Union Berlin. Foto: Imago Images
Ziemlich unbeliebt bei einigen Traditionsvereinen, doch hochgradig beliebt bei Union Berlin. Foto: Imago Images