Akte 1. FC Union Berlin
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Zwei Vereine, ein Name: Die Spaltung von Union 1950

Nach einem Reiseverbot der DDR-Führung flüchtete fast die komplette Mannschaft in den Westen und gründete den SC Union 06.

Was außerhalb von Berlin auch nur wenige wissen: Es gibt nicht nur ein Union Berlin, sondern zwei. Und maßgeblich beteiligt ist unter anderem die Hertha-Ikone Johannes Sobek. Der Grund ist wieder mal ideologisch.

Im Jahr 1949 akzeptiert der Deutsche Sportausschuss (DS), der Sportdachverband der Sowjetischen Besatzungszone, die geplante Einführung des Vertragsspielerstatuts des 1949 neugegründeten West-Berliner Fußballverband für die Stadtliga nicht und zieht unter anderem Union zur Folgesaison aus der Stadtliga ab. Die Oberschöneweider spielen aus Protest und Ärger die restlichen Saisonheimspiele der laufenden Saison im Moabiter Poststadion. Das Team wird von Hertha-Ikone Johannes Sobek trainiert und kann sich als Tabellenzweiter für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft qualifizieren.

Die politische Führung im Osten verbietet jedoch die Reise nach Kiel zum Spiel gegen den HSV. Daraufhin macht fast die komplette erste Mannschaft „rüber“ in den Westen. Und tritt gegen den HSV an!

Zwei Wochen später, am 9. Juni 1950, gründen sie den SC Union 06 Berlin im Stadtteil Moabit in West-Berlin. Der „Zwilling“ aus Moabit ist in den ersten Jahren nach der Gründung deutlich erfolgreicher als die Ur-Unioner in Oberschöneweide. Erst Ende der 50-er und Anfang der 60-er Jahre kann sich der Klub nicht mehr in der Spitze des Westberliner Fußballs halten und schwindet zum reinen Amateur-Verein.

Apropos: Im März 1952 kommt es vor 20.000 Zuschauern im Walter-Ulbricht-Stadion zum „Bruderduell“. Die nun unter BSG Motor Oberschöneweide firmierenden „Ost-Unioner“ verlieren gegen die „West-Unioner“ mit 0:2.

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