Kapitel 12 [Annex]

SteckbriefAnnex

Daten, Fakten und Ereignisse
3 Min. LesezeitAktualisiert: März 2026
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Steckbrief – Daten, Fakten und Ereignisse

Der 1. FC Union Berlin (offiziell: 1. Fußballclub Union Berlin e. V.) ist ein in Berlin-Köpenick ansässiger Fußballverein. Seine Gründungsgeschichte ist kompliziert. In der Luisenstraße, der heutigen Plönzeile versammeln sich 1906 in einer Sandgrube hinter der Oberschöneweider Schule Balljungen und Freunde des lokalen Vereins Excelsior und gründen den Fußballverein Olympia. Der Verein löst sich nach kurzer Zeit wieder auf, doch formieren einige Fußballenthusiasten aus dem Umfeld in Anlehnung an den benachbarten Lichtenberger S.C. Frisch Auf bald einen neuen Verein. Excelsior spaltet sich in Preußen und Vorwärts, doch beide Abspaltungen haben nicht lange Bestand.

Letztendlich verbinden sich Mitglieder aller drei Vereine und gründen am 17. Juni 1906 in der Gastwirtschaft „Großkopf“ in der Luisenstraße 17 Olympia Oberschöneweide. Die Mannschaft besteht zunächst fast nur aus Schülern und schließt sich knapp einen Monat später als Jugendmannschaft dem BTuFC Helgoland 1897 an. Der Verein ist wenig erfolgreich, sodass sich die Oberschöneweider bereits ein halbes Jahr später erneut zu einem Wechsel entscheiden. Diesmal binden sie sich an den Deutschen Fußballmeister von 1905 – den BTuFC Union 1892. Dort spielt das Team zwei Jahre lang – allerdings nur als vierte Mannschaft. In der Saison 1907/08 kann es mit dem Gewinn der Meisterschaft in der untersten Klasse des Verbands Berliner Ballspielvereine (VBB - der damals führende Fußballverband in Berlin und Brandenburg) den ersten etwas größeren Erfolg verzeichnen. Im Februar 1909 löst sich die Mannschaft vom BTuFC. Man will auf eigenen Beinen stehen. Aus Verbundenheit und Dank übernimmt man sowohl den Namen (fortan nennt man sich Union Oberschöneweide, etwas später folgt das SC als Präfix) als auch die Vereinsfarben Blau-Weiß.

Drei Jahre später, in der Saison 1909/10, treten die Berliner erstmals als eigenständiger Verein im Verband Berliner Ballspielvereine (VBB) an. Ziemlich erfolgreich sogar. Nach drei Aufstiegen in fünf Jahren spielt der Klub ab 1914 in der höchsten Klasse von Berlin und Brandenburg. In der neuen Verbandsliga des Verbandes Brandenburgischer Ballspielvereine wird Union 1917 sogar Vizemeister.

Man spielt fast zehn Jahre auf einem Sportplatz in der Oberschöneweider Wattstraße, bis 1920 der Umzug in die Sportanlage Sadowa – das heutige Stadion An der Alten Försterei – In der Wuhlheide erfolgt. Zur offiziellen Eröffnungsfeier am 7. August 1920 kommt der amtierende Deutsche Meister 1. FC Nürnberg. Im Jahr 1920 wird Union zum ersten Mal Berliner Meister und darf an der Endrunde zur deutschen Meisterschaft teilnehmen. Man kommt bis ins Viertelfinale und unterliegt dort den Vereinigten Breslauer Sportfreunden knapp mit 2:3. 1923 wird der Verein wieder Berliner Meister und schafft es nach Siegen über Arminia Bielefeld und die Spvgg Fürth bis ins Endspiel um die Meisterschaft. Im Berliner Grunewaldstadion verliert Union das „Heimspiel“ vor 64.000 Zuschauern mit 0:3 gegen den Hamburger SV. Danach endet die frühe Hochphase von „Union-Ob.“ – wie der Verein damals von seinen Anhängern genannt wird.

Union Berlin Choreographie DFB-Pokal BVB 2016 Kult
Union Berlin ist Kult in Berlin und Ostdeutschland. Choreographie vor der zweiten Halbzeit des DFB-Pokalspeils gegen den BVB am 26.10.2016. Foto: Imago Images/Eibner

Die Vizemeisterschaft 1925 in Berlin und die Teilnahme am Endspiel um den Berliner Pokal 1926 sind die einzigen weiteren wesentlichen Erfolge. Fortan dominieren Klubs wie Hertha BSC oder Tennis Borussia Berlin den Berliner Fußball. Nach dem Zweiten Weltkrieg existiert der Verein zunächst als kommunale Sportgruppe SG Oberschöneweide weiter. 1948 erfolgt die Umwandlung in SG Union Oberschöneweide. Und der Verein hat Erfolg. Er qualifiziert sich 1949 für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft, darf jedoch nicht nach Kiel zum Spiel gegen den HSV reisen. Daraufhin siedelt fast die gesamte erste Mannschaft nach West-Berlin um und verlässt Union. Der Verein ändert in der DDR seinen Namen in BSG Motor Oberschöneweide und wird als Betriebssportgruppe in das VEB Transformatorenwerk Karl Liebknecht eingegliedert. Bis 1962 spielt der Verein überwiegend in der dritten Liga der DDR. Erst zur Saison 1965/66 gelingt der Aufstieg in die DDR-Oberliga.

Hierbei profitiert der Verein von der Politik. Der Vorsitzende des Bundesverbands des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB), Herbert Warnke, fordert für die Berliner Werktätigen einen zivilen Fußballklub einzurichten. Und hat Erfolg. Am 20. Januar 1966 wird der „1. FC Union Berlin“ neu gegründet.

Was der 1. FC Union Berlin zwischen 2019 und 2023 geschafft hat, sucht in der Bundesliga-Geschichte seinesgleichen. Vom Aufsteiger zum Champions-League-Teilnehmer in nur vier Jahren. In der Saison 2022/23 wurde Union sensationell Vierter und qualifizierte sich für die Königsklasse.

Die Champions-League-Hymne erklang im Herbst 2023 An der Alten Försterei. Sportlich war die CL allerdings ein Lehrstück: Null Siege in sechs Gruppenspielen, dazu der sportliche Absturz in der Liga. Die Saison 2023/24 wurde zum Kampf ums Überleben.

Alle Kapitel: 01. Prolog 02. Good to Know 03. Für die Hater 04. Für die Lover 05. Schlüsselfiguren 06. Personae Non Gratae 07. Tragisch 08. OMG — Oh My God 09. Fun Facts 10. Special Moments 11. Weise Worte 12. Steckbrief [Annex]
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