Kapitel 05

Schlüsselfiguren

Diese Typen prägen den Verein
3 Min. LesezeitAktualisiert: März 2026
Oracle lädt…

Uwe Neuhaus – Der Aufstiegstrainer: Uwe Neuhaus ist per Dezember 2019 Unions Rekordtrainer. Sieben Jahre lang, von 2007 bis 2014, sitzt der 1959 geborene „Wessi“ bei Union an der Seitenlinie. Länger ist (Stand: Dezember 2019) kein Chefcoach in der 53-jährigen Vereinsgeschichte am Stück im Amt. Er führt Union auch in die 3. Liga. 2009 wird er mit den Eisernen erster Drittligameister. Neuhaus schafft es sogar, den Verein in der 2. Bundesliga zu etablieren. Die Mittelfeldplatzierungen (12., 11., 7., 7., 9.) geben Union Zeit, sich während der Modernisierung des Stadions 2008/09 - 2012/13 aufs Bauen zu konzentrieren. Weil es sportlich unter Neuhaus läuft. Den Aufstieg in die Bundesliga traut ihm der Klub nicht mehr zu. Aber auch nach dem Rauswurf 2014 ist er in den nächsten Jahren als Zweitliga-Trainer in Dresden und Bielefeld gefragt. Seine Union-Zeit wird Neuhaus nie vergessen, auch weil er 2013 Unions frühere Buchhalterin Britta Calmus heiratet.

Frank Pagelsdorf – Der erfolgreiche Dicke: Zwei Jahre lang lenkt der Hannoveraner die Geschicke bei Union Berlin. Zur Spielzeit 1992/93 wird das Schwergewicht als Cheftrainer bei den späteren „Unaufsteigbaren“ verpflichtet, die zu dem Zeitpunkt in der NOFV-Oberliga Mitte zuhause sind. Für die Fans scheint der Zweitliga-Traum mit seiner Verpflichtung ein ganzes Stück näher gerückt zu sein. Am Ende der Saison sehen sich die Köpenicker bereits am Ziel, als Union im alles entscheidenden Relegationsspiel 1:0 vor dem Heimpublikum gegen den Bischofswerdaer FV 08 gewinnt. 15.000 Zuschauer werden Zeuge des langersehnten sportlichen Aufstiegs, der aufgrund des Bürgschaftsskandals aber nie Realität wird. Union muss in der 3. Liga bleiben und erhält auch in der folgenden Saison keine Lizenz für die 2. Liga. Union darf als Meister nicht an der Relegation teilnehmen, weil die vom DFB geforderte Bankbürgschaft in Höhe von 2,4 Millionen DM nicht vorgelegt werden kann. Pagelsdorf tut sein Möglichstes, holt erstmals nach der Wende den Gesamtberliner Landespokal und erreicht die Teilnahme an der deutschen Fußballamateurmeisterschaft. Doch all das kann nicht über die katastrophale finanzielle Situation der Hauptstädter hinwegtäuschen, die Pagelsdorf am Ende seiner zweiten Spielzeit abgeben müssen. Der Trainer hätte sein Versprechen gerne erfüllt und den Verein in die 2. Liga geführt, die Bankbürgschaft kommt dazwischen…

Torsten Mattuschka – Der Edeltechniker: Absoluter Publikumsliebling und Identifikationsfigur des Vereins. Für ihn stimmen die Union-Fans das „Torsten Mattuschka“-Lied an, sobald es einen Freistoß oder Elfmeter für Union gibt. 299 Mal streift sich der gebürtige Cottbusser das rot-weiße Trikot über und versenkt das Leder 70 Mal im gegnerischen Tor. „Tusche“ kommt 2005 und trägt ein Jahr später auch zum Staffelsieg der Berliner und dem damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga bei. Der Mittelfeldspieler, der die Mannschaft ab 2011 als Kapitän durch die Saison führt, erreicht mit Union 2008 zunächst die Qualifikation für die 3. Liga und steigt ein Jahr später in die 2. Bundesliga auf. Mit zehn Treffern ist er in der ersten Zweitligasaison Berlins erfolgreichster Torschütze. Auch nach seinem Abgang sehen die Fans in Mattuschka den Aufstiegshelden, der die Mannschaft aus der 3. Liga zurück in die 2. Bundesliga geführt hat.

Union Berlin Pokalfinale 2001 Schalke 04
Der erste große Erfolg von Union Berlin im 21. Jahrhundert. Pokalfinale 2001 gegen Schalke 04. Foto: Imago Images/ Kicker/Liedel

Dirk Zingler – Der pfiffige Präsident: Seit dem 1. Juli 2004 ist Dirk Zingler Präsident des 1. FC Union. Der Vereinschef hat den Klub bis in die Bundesliga geführt – Rückschläge wie den erstmaligen Abstieg in die Viertklassigkeit 2005 inklusive. Hartnäckig kämpft der Logistik-Unternehmer um den Fußball-Standort Alte Försterei. 2008/09 werden die drei Stehplatztraversen modernisiert. 2012/13 entsteht eine neue Haupttribüne. Schon bald soll das Stadion 37.000 anstatt 22.000 Zuschauer fassen. So manche Präsidiumsidee, wie die Einführung der Stadionaktie 2011 oder der „Zwang“ zur Mitgliedschaft für Karteninteressenten, lässt gepaart mit sportlichem Erfolg die Zahl der eingetragenen Anhänger im letzten Jahrzehnt von rund 6000 auf über 32.000 hochschnellen. Bei der Trainersuche scheut sich Zingler nicht vor Experimenten oder großen Namen.

Urs Fischer – Der Aufstiegsangler: Seine Bierduschen und Jubelstürme verdient sich der Schweizer Erfolgstrainer in Berlin allemal. Die Union-Fans erleben unter Fischer im Mai 2019 den größten Erfolg der 53-jährigen Vereinsgeschichte: Der Schweizer führt den Klub der Underdogs zum ersten Mal in seiner Geschichte in die Bundesliga. Als der neue Trainer ein knappes Jahr vorher, im Juni 2018, in die deutsche Hauptstadt kommt, hat Union die Saison 2017/18 auf einem mittelmäßigen achten Tabellenplatz in der 2. Bundesliga abgeschlossen. In seiner ersten Saison erreicht Fischer mit seinen Unionern vom Start weg 17 Spiele ohne Niederlage und wird damit in dieser Phase zum Trainer der am längsten ungeschlagenen Mannschaft im deutschen Profifußball. Zum Saisonende liegen die Berliner auf Tabellenrang drei und treffen in den Relegationsspielen auf den VfB Stuttgart. Fischer bewahrt die Nerven und nimmt seinen Spielern den Druck, so dass diese am 23. Mai 2019 unbeschwert auswärts ein 2:2 erreichen können, das mit einem 0:0 vor Heimpublikum versilbert wird – Aufstieg in die Bundesliga.

Werner Schwenzfeier – Der Pokalsieger: Werner ,,Schwenne" Schwenzfeier ist von 1954 – 1959 Spieler beim Union Vorgängerverein BSG Motor Oberschöneweide. Von 1965 bis 1969 ist er Trainer von Union Berlin. Ihm gelingt mit Union der Aufstieg in die DDR-Oberliga und 1968 der Sieg im FDGB-Pokalfinale gegen Carl Zeiss Jena. Werner Schwenzfeier stirbt am 30. Dezember 1995 im Alter von 70 Jahren.

Urs Fischer war der Architekt des Union-Wunders. Der stoische Schweizer führte den Verein vom Aufstieg 2019 bis in die Champions League 2023. Sein Abgang im November 2023, mitten in der Krise, hinterließ ein Vakuum.

Präsident Dirk Zingler trieb den Stadionausbau voran. Kapitän Christopher Trimmel, seit 2018 am Verein, wurde zum Symbol der Köpenicker Beständigkeit – ein Spieler, der den Weg von der zweiten Liga bis in die Champions League komplett miterlebte.

Uwe Neuhaus (links) und sein Assistent André Hofschneider (r
Uwe Neuhaus (links) und sein Assistent André Hofschneider (rechts) etablieren Union Berlin in der 2. Bundesliga. Foto: Imago Images/ Matthias Koch
Alle Kapitel: 01. Prolog 02. Good to Know 03. Für die Hater 04. Für die Lover 05. Schlüsselfiguren 06. Personae Non Gratae 07. Tragisch 08. OMG — Oh My God 09. Fun Facts 10. Special Moments 11. Weise Worte 12. Steckbrief [Annex]
Tabelle lädt…
← Kap. 04: Für die LoverKap. 06: Personae Non Gratae →
Akte Bundesliga Netzwerk
Akte BVB Akte Bayern Akte Bayer Akte Eintracht Akte Gladbach Akte Stuttgart Akte SCF Akte Leipzig Akte Werder Akte Wölfe Akte Hoffe Akte Mainz Akte Augsburg Akte Effzeh Akte HSV Akte St. Pauli Akte Heidenheim Akte Hertha Akte Königsblau Akte Fortuna Akte Paderborn → Alle 22 Vereine
Teilen: X LinkedIn WhatsApp